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Jagdliche Einsatzbereiche

 

Wald

Die klassische Ansitzjagd und Pirsch des Einzeljägers wird zunehmend durch Bewegungsjagden ganzer Jägergruppen abgelöst.

Bracken und Windhunde im Wald, französischer Gobelin (15. Jahrhundert)

Zu den Bewegungsjagden gehören die Treibjagd und die Beunruhigungsjagd (Stöberjagd, Drückjagd). Auf der Treibjagd wird das Wild durch die Treiber und Hunde hochflüchtig gemacht. Bei den Beunruhigungsjagden wird das Wild durch Hunde und eventuelle Treiber „bewegt“, d. h. dazu gebracht, seine regelmäßig genutzten Aufenthaltsorte und Deckungen im Revier zu verlassen. Für diese Jagdarten verwendet man stöbernde Hunde.

Das Stöbern gehört zur Arbeit des Jagdhundes vor dem Schuss. Er sucht selbständig nach dem Wild, jagt es anschließend spur- bzw. fährtenlaut und bringt das Wild damit vor das Gewehr des Jägers. Dabei werden zwei Jagdvarianten unterschieden. Die Hundeführer schicken die „Stöberhunde“ von festen Standorten aus los, damit diese selbständig die Einstände und das Unterholz durchsuchen. Alternativ bewegen sich die Führer mit den angeleinten Hunden auf der zu bejagenden Fläche, lassen die Hunde los und schicken sie in bestimmte Einstände.

Die Eignung der Rassen für das Stöbern im Wald variiert abhängig von der Zielwildart. Für Rehwild werden kleine und langsam jagende, dafür sicher fährtenlaute und an der Spur „klebende“ Rassen bevorzugt, während für Schwarzwild laut jagende, wildscharfe und mutige Hunde eingesetzt werden (Deutscher Jagdterrier, Wachtel, Teckel, Bracken). Die schnellen und nur über kurze Entfernung jagenden kontinentalen Vorstehhunde eignen sich eher für die Drückjagd.

Beim Brackieren handelt es sich um die traditionelle Art, Hasen und Füchse mit Hilfe von Bracken zu jagen. Diese finden das Wild frei suchend auf seiner nächtlichen Spur, scheuchen es auf („stechen“) und jagen es so lange, bis das standorttreue Wild wieder zu Sasse oder Bau zurückkehrt, wo es vom ortskundigen Jäger bereits erwartet wird. Obwohl die in Nordrhein-Westfalen noch lange beliebte „Brackade“ einigen Brackenrassen das Überleben sicherte, wird sie heute nur noch in Skandinavien und Südtirol ausgeübt.

Beim Buschieren durchsucht der Jagdhund Büsche und Unterholz auf der Jagd nach Federwild und Hasen. Er arbeitet dabei „unter der Flinte“ und folglich im direkten Wirkungsbereich des Jägers. Im Gegensatz zum Stöbern finden hier Rassen Verwendung, die nur „kurz“ und nicht spurlaut jagen (z. B. die Vorstehhunde).

 

Offenes Feld

Als Suche wird der Einsatz von Vorstehhunden auf dem Feld bezeichnet. Diese suchen vor dem Schützen weiträumig Feldflächen (Rübenäcker, Stoppelfelder) mit der Nase nach Niederwild ab. Nach erfolgreicher Suche steht der Hund so vor, dass der Jäger zum Schuss auf das flüchtende Wild kommt. Beim Vorstehen handelt es sich um eine Art Beutegreifhemmung bei Annäherung an das Wild. Diese ist genetisch verankert und wird auch bei Wildcaniden und Feliden beobachtet. Der Hund „erstarrt in der Bewegung“ und verharrt angespannt, sobald er mit der Nase die Witterung des Niederwilds in der Deckung erfasst hat. Das Vorstehen kann durch Anheben eines Vorderlaufes, angespannte Körperhaltung oder durch Zeigen mit der Nase in Richtung des Wildes (daher die Bezeichnung „Pointer“ von engl. to point „zeigen“) ausgedrückt werden. Eine besondere Variante des Vorstehens ist das „Vorliegen“ der Setter-Rassen (engl. ursprünglich setting dogs „sitzende Hunde“).

Der Vorstehhund scheucht das Wild erst auf Kommando des schussbereiten Jägers auf, d. h. er „steht durch“. Bewegt sich das Beutetier vom vorstehenden Hund weg, verfolgt er es vorsichtig und angespannt („zieht nach“).

Beim Apportieren (von lat. apportare „herantragen“) nimmt der Hund erlegtes Niederwild auf und trägt es zu seinem Führer zurück. Speziell für diese Aufgabe gezüchtet wurden die Retriever (engl. retrieve „wiederfinden“).

Angeschossenes Feder- oder Haarwild sucht der Hund nach, tötet es bei Bedarf und bringt es selbständig zum Jäger zurück.

Als Allrounder für die Feldarbeit gelten die kontinentalen Vorstehrassen Deutsch Lang-, Kurz-, Draht- und Stichelhaar, Kleiner und Großer Münsterländer, Weimaraner, Pudelpointer, Griffon, Magyar Vizsla und Epagneul Breton. Spezialisten für Suche und Vorstehen sind die Pointer sowie die englischen Setter-Rassen, sie weisen jedoch Schwächen in der Nachsuche auf. Meister im Apportieren sind die Rassen Golden Retriever, Labrador Retriever und Flat-coated Retriever.

 

Schweißarbeit

Unter der „Schweißarbeit“ versteht man die Nachsuche auf durch Schuss oder Unfall verletztes, blutendes („schweißendes“) Schalenwild. Der Einsatz eines brauchbaren Hundes ist aus Gründen des Tierschutzes hier vorgeschrieben. Gute Schweißarbeit wird in der deutschen Jägerschaft hoch geachtet. Traditionell wird sie am „Schweißriemen“ (mindestens 10 m langer Lederriemen) durchgeführt. Zu den Aufgaben des Hundes gehört das Ausarbeiten der Wundfährte, Finden des Wundbetts und „Stellen“ des Wildes nach der Hetze. Totes Wild zeigt der Hund bei Bedarf entweder durch „Totverbellen“ oder „Totverweisen“ an – d. h. er ruft den Jäger durch Bellen herbei oder macht durch auffälliges Verhalten wie z. B. das Bringen von Gegenständen („Bringselverweiser“) auf das verendete Wild aufmerksam. Da der Schweißhund im Laufe seiner aufwändigen Ausbildung möglichst regelmäßig Nachsuchen absolvieren soll, sind die Halter solcher Hunde oft in Schweißhundstationen organisiert.

Schweißhunde im eigentlichen Sinne sind die Spezialrassen Bayerischer Gebirgsschweißhund und Hannoverscher Schweißhund. Auch Dackel, Bracken, Terrier und Stöberhunde können gute Schweißarbeit leisten; sie werden vor allem für die Rehwildnachsuche eingesetzt.

Wasser

Einsatzgebiete für die Wasserjagd sind Gewässer mit ausgeprägten Schilfgürteln, z. B. Teiche, Altarme von Flüssen und Binnenseen. In Abhängigkeit von der Tradition und geographischen Gegebenheiten unterscheiden sich die Jagdformen auf Wasserwild. Die Aufgaben des Jagdhundes gliedern sich in die Arbeit vor und nach dem Schuss. Zu ersterer gehört das selbständige Abstöbern deckungsreicher Gewässer sowie das Finden und Aufscheuchen der Vögel. Dazu müssen z. T. große Entfernungen schwimmend zurückgelegt werden. Nach dem Schuss wird das Wild aus tiefem Wasser apportiert und „angelandet“. Bei flugunfähig geschossenen Enten muss zuvor die Schwimmspur der Tiere im Wasser verfolgt werden, um das Wild wieder aufzustöbern.

Außer den in der Feldarbeit eingesetzten kontinentalen Vorstehhunden eignen sich die alten Stöberrassen Cocker Spaniel, Springer Spaniel und der Wachtelhund für diese Aufgabe. Zu den wasserfreudigen Apportierspezialisten gehören die Retriever.

 

Unter der Erde

Mit der Baujagd werden Fuchs, Dachs, Waschbären und Marderhunde bejagt. Der Bauhund „schlieft“ ein (schlüpft in den Bau), verfolgt die Spur des Wildes und zeigt durch Verbellen an, dass er es gefunden („gestellt“) hat. Ziel der Baujagd ist es, das Raubwild entweder aus dem Bau vor die Flinte der Jäger zu treiben („sprengen“) oder es festzuhalten, bis die Jäger Hund und Wild ausgegraben haben. Um den flüchtenden, eventuell bereits angeschossenen Fuchs zu fangen, wird manchmal noch ein großer Jagdgebrauchshund (z. B. Deutsche Vorstehhunde) mitgeführt. Die Notwendigkeit der Baujagd gilt mittlerweile als umstritten (2006 wurden in der Schweiz nur 5-10% aller getöteten Füchse auf der Baujagd erlegt) und in mehreren europäischen Ländern existieren seitens der Tierschutzorganisationen ernsthafte Bestrebungen, sie als tierschutzwidrig gesellschaftlich zu ächten. Als Begründung werden ethisch-moralische Bedenken oder allgemeine tierschützerische Aspekte angeführt. Ein gesetzliches Verbot der Baujagd konnte bisher jedoch noch nicht erreicht werden.

Für die Jagd unter der Erde eignen sich der Deutsche Jagdterrier, Teckel, Jack Russell oder Parson Russell Terrier sowie Foxterrier aus jagdlicher Leistungszucht.



 

 
 

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