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Geschichte

Hetz-/Jagdhunde

Als Laufhunde ermüdeten sie das gejagte Wild durch ihre Ausdauer. Schnell und kräftig, hetzten sie das Wild lautstark, nachdem sie es anhand seiner Fährte aufgespürt hatten und trieben es dem Jäger zu (Treibhunde). Die Bracke stellt den Grundtyp der „jagenden Hunde“ dar. Abhängig von der bejagten Revierlandschaft existierten regional stark variierende Brackenformen (Haidbracke, Steinbracke, Holzbracke). Gaston Phoebus (siehe unten) beschrieb sie bereits als mit „starken geraden nicht zu langen Beinen, guter und weiter Nase, langer Schnauze, dicken Lefzen und großem breiten Kopf“ versehen. Die Fellfarbe variierte, die Höhe betrug ca. 50 cm Schultermaß. Sie ähnelten den Leit- und Schweißhunden, waren aber leichter gebaut und hatten kürzere Ohren. Als Gewicht werden ca. 25 kg angenommen.


Windhunde

Seit der Pharaonenzeit bei Hetzjagden eingesetzt, holten die Windhunde als lautlose Sichtjäger das Wild (Hasen, Füchse, Rehe) schnell ein und fingen es ab. Vom frühen Mittelalter bis in die Neuzeit ist die Existenz zweier Varianten bekannt. Leichte Windhundschläge wurden neben der Beizjagd für die Hasenhetze verwendet (Veltrus leporarius), die schweren Varianten wurden für die Jagd auf Schwarz- und Rotwild eingesetzt (Veltrus porcarius). Die irischen Windhunde waren in der Neuzeit als gute „Wolfshetzer“ bekannt. Nach Gaston Phoebus wiesen die Windhunde „eine hohe schlanke Gestalt, lange magere Beine, einen langen Kopf mit langer Schnauze und lange Rippen“ auf. Sie existierten lang- und kurzhaarig in vielen verschiedenen Farbtönen. Das geschätzte Gewicht lag artabhängig zwischen ca. 20 und 30 kg.


Parforcehunde

Obwohl das 17./18. Jahrhundert den Höhepunkt der Parforce-Jagd darstellte, war die Jagd mit den Parforcehunden schon den Normannen bekannt. Ihre Aufgabe bestand darin, auf Jagden zu Pferde das Wild solange zu hetzen, bis es ermattet war und von den Jägern gestellt werden konnte. Nach ihrem Zielwild wurden sie in Hirschhunde (Canes cerviciis), Hunde für die Damhirschjagd (Canes damariciis), Fuchs- (Canes vulperettis) und Hasenhunde (Canes herethioris) eingeteilt. Sie galten als groß, kräftig und sehr gehorsam. Angeführt vom „Kopfhund“ (einem Hund mit besonders guter Nase) jagten sie stets in der großen Meute und frei zwischen den Pferden. Durch einen speziellen Ton – dem Hetzlaut – zeigten sie an, dass sie sich hinter dem gejagten Wild befanden. Ihr Gewicht lag bei ca. 40 kg. Auch heute werden die Meutehunde noch für Reitjagden gehalten.


Leithunde/Spürhunde

Seit Karl dem Großen wurden Leit- und Spürhunde eingesetzt und in ihrer reinen Form bis ins 19. Jahrhundert hinein gezüchtet. Der Leithund (auch als „Lymer“, „Limier“ oder „Waldmann“ bezeichnet) galt als die vornehmste Jagdhundeart und diente, je nach Abrichtung, zur „Vorsuche“ auf Edel-, Dam- oder Schwarzwild. Ursprünglich stellte er nur eine besondere Dressurform des Laufhundes dar, bei der ein zur Riemenarbeit geeigneter Hund mit ausgesprochen feiner Nase verwendet wurde. Später wurden die Hunde des im Ardennenkloster St. Hubert gezüchteten Stammes zur Leithundarbeit bevorzugt. Stets am Leitseil arbeitend, suchten sie mit tiefer Nase, gaben niemals Laut und blieben auf der einmal gefundenen „kalten Fährte“ (ältere Wildfährte), ohne sich durch eine andere ablenken zu lassen. Sie besaßen eine ausgezeichnete Spürnase und galten als ruhig, folgsam und ausgeglichen. Historische Beschreibungen nennen einen kräftigen, gedrungenen Hund mittlerer Größe, mit ausgeprägten langen Ohren und Lefzen, einem dicken Kopf und aufrecht getragener Rute. Von diesem meist kurzhaarigen Hundetyp existierten vielen Farbvarianten, das Gewicht lag zwischen ca. 25 und 30 kg.


Schweißhunde

Die Aufgabe des Schweißhundes war die Nachsuche auf angeschossenes, „schweißendes“ (d. h. blutendes) Wild. Erste Hinweise auf den Einsatz des Schweißhundes finden sich in der Naturalis historia des Cajus Plinius Secundus. Im Mittelalter verwendete man Bracken oder auch besonders abgerichtete Leithunde für diese Aufgabe. Abgeleitet von den alten Leithundrassen und diesen im Aussehen sehr ähnlich, entstanden Ende des 18. Jahrhunderts die Schweißhunde als Spezialisten für die Nachsuche. Sie wurden bevorzugt an den Jägerhöfen gehalten. Vom Äußeren wurden sie als untersetzt, mit dickem Kopf, starker Schnauze, langen Ohren und breiter Nase beschrieben. Dunkle Farbtöne dominierten, das geschätzte Gewicht lag bei ca. 25 kg.


Sauhunde

Sauhunde wurden zwischen ca. 800-1800 zur Schwarzwildjagd benutzt. Man unterschied je nach ihrer Funktion zwischen „Saufindern“ und „Saupackern“. Bei den Findern handelte es sich um kleine, wendige Hunde, die das Schwarzwild aufspürten, heraustrieben und verbellten. Die großen, starken Packer zeichneten sich durch Gewandtheit und ausgeprägte Wildschärfe aus. Äußerlich den Hirten- und Schäferhunden ähnlich, wurden sie wegen der hohen Verlustrate aus Kostengründen oft auch aus diesen Gruppen rekrutiert (sogenannte „Sau“- und „Schafrüden“). Sie stellten das Wild und zogen es nieder, bis der Jäger mit dem Sauspieß („Saufeder“) kam. Zum Schutz vor Verletzungen trugen sie oft eine Panzerung. Besonders scharfe Hetzhunde waren die „kleinen“ und „großen“ Bärenbeisser (Kreuzungen aus Hirten- und Wachhunden mit Windhunden und Doggen). Speziell für die Schwarzwildjagd in Deutschland wurden im 16. Jahrhundert aus England importierte Doggen eingesetzt.


Hühner-/Stöber-/Vorstehhunde

Seit dem frühen Mittelalter verwendet, dienten die Stöberhunde ursprünglich nur dem Aufstöbern von Nieder- und Flugwild bei der Beizjagd. Später wurden sie zusätzlich als Helfer beim Fang von Flugwild in Netzen eingesetzt (Hühnerhunde). Im weiteren Verlauf entwickelten sie auch das „Vorstehen“, d. h. die Hunde suchten Nieder- und Federwild kurz vor dem Jäger und zeigten diesem durch das Vorstehverhalten gefundenes Wild an, ohne es dabei aufzuschrecken. Zu ihren Aufgaben gehörte auch, geschossenes Wild zu finden und es zu apportieren, Einige Arten wurden ebenfalls bei der Wasserjagd eingesetzt. Typisch für die Hunde dieser Gruppe war das Aufspüren und Suchen des Wildes mit hoher Nase. Den Grundtypus stellten die alten Spanielrassen dar. Sie wurden als gedrungen, mittelgroß, mit kurzem starken Kopf, starkem Gebiss, hängenden Ohren und aufrechter Rute beschrieben. Die Farbe variierte, dreifarbige und gefleckte Hunde waren häufig. Das geschätzte Gewicht lag bei ca. 15-20 kg.


Dachshunde

Ab ca. 800 im Einsatz, dienten die sogenannten „Dachshunde“, „Schliefer“ und „Würger“ dazu, Dachse und Füchse entweder aus dem Bau zu treiben oder sie darin festzuhalten. Im 16. und 17. Jahrhundert wurden nahezu alle Hunde für die Baujagd eingesetzt, sofern sie die körperlichen Voraussetzungen dazu hatten, wildscharf waren und willig „schlieften“ (in den Bau schlüpften). Die Erdhunde wurden auch als schlieferle, lochhündle oder dachse bezeichnet. Sie wurden als lebhaft, mutig, ausdauernd und wenig gehorsam beschrieben. Vom Aussehen her waren sie klein, mit kurzen gebogenen Beinen, langem Leib und Kopf. Man geht von verzwergten Brackenvarianten aus. Ihr glattes Fell war schwarz, gelb oder grau. In Anlehnung an den heutigen Dackel wird ihr Gewicht auf ca. 10 kg geschätzt.



 

 
 

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